Jahreskonferenz 2022

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Jahreskonferenz 2022

Mehr als 80 Gäste fanden sich zur Jahreskonferenz ein, die am 22.11.22 im Rathaus Schöneberg abgehalten wurde. Ein ungewohnter Ort: Tatsächlich steuerten einige Menschen zunächst das Rote Rathaus an, in dem gewöhnlich unsere Konferenzen stattfinden. Thematisch war die Konferenz durch das Motto Zusammen.Leben.Stärken! geprägt.

In ihrem Grußwort betonte Prof. Barbara John, dass Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in ihren Wirkungen, die sie auf Menschen haben, unterschätzt werden. Religionen prägen unser Miteinanderumgehen. Deshalb ist die Auseinandersetzung mit Religionsgemeinschaften und das Zusammenbringen derselben wichtig.

Die Essenz der Religionen liegt darin, dass sie zum Frieden beitragen und vernunftgeleitet das Zusammenleben stärken wollen. Deshalb braucht die Gesellschaft die Religionen. Zur Erzielung stärkerer öffentlicher Wirkung braucht es aber mehr Geld. Die Stadt braucht ein starkes Forum, besonders aufgrund der steigenden Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund. Denn häufig sind religiöse Kultstätten erster Anlaufpunkt für Einwanderer.

Wir leben in einer säkularen Gesellschaft und diese Tendenz wird weiter zunehmen. Diese Situation bietet Religionen aber auch eine Chance. Zudem ist die säkulare Gesellschaft auch in der Pflicht mit Religionen umzugehen.

Frau John schloss mit der Aufforderung, dass Religionen, die sich für Menschenrechte einsetzen, in Verbundenheit zusammenstehen sollen.

Dem Grußwort folgte eine Darstellung der Struktur und Arbeitsweise des Forums. Anschließend gingen der Geschätführer Michael Bäumer und die pädagogische Referentin Manuela Schwind auf die vielfältigen Aktivitäten des Forums im Jahr 2022 ein, gegliedert in die Bereiche Events, Interreligiöse Bildungsarbeit und Vernetzung.

Inputs zu Aufbau, Stärkung und Resilienz folgten.

Den Anfang machte Aaron Hammel von Chabad Lubawitsch. Chabad Lubawitsch als Bildungszentrum agiert nach dem Motto des Rabbiners „Immer über etwas Gutes nachdenken“. Das Schaffen gemeinschaftlicher Erlebnisse stand deshalb zuletzt im Vordergrund, seien es Hauskreise oder die Integration von Menschen aus der Ukraine. Flexibilität ist ebenfalls gefragt: So wurde Rosch ha-Schana neulich in einer Freiluftsynagoge gefeiert, die deutlich mehr Platz bietet. In mehreren Bezirken wurden kleinere Zentren geöffnet (Stüblis) und das Campusprojekt deswegen zurückgestellt.

“Begegnung stiften – Wege aus der Pandemie und Einsamkeit” ist das Leitmotiv des Netzwerks der Religionsgemeinden Schöneberger Norden und Tiergarten Süd. Viele Kulturen, wenig Geld und viele ältere Menschen prägen das Bild im Kiez, berichtete Ulrich Kratzsch. Teilhabe ermöglichen ist daher das Ziel, weswegen auch Pflegeheime mit in die Arbeit aufgenommen werden.
Wie kommen wir als Religionsgemeinschaften wieder richtig zusammen? Beispiele: Orte der Begegnung kreieren, gemeinsam Linsensuppe kochen, Waffeln backen und diese austeilen.
Zum Fest der Religionen am 3. Oktober wurden zehn Marktstände aufgebaut. Getränke und Essen wurden gegen eine Spende ausgegeben. Das Podium wurde u. a. für Diskussionen mit einzelnen Gemeinden genutzt. Großen Andrang erfuhr das Zelt mit dem Bubales-Puppentheater. Insgesamt kamen 500 Gäste, mit einigen wurde abends gemeinsam gesungen.

2014 wurde das Interreligiöse Frauenforum als Initiativkreis des Berliner Forums der Religionen gegründet, in dem 15 Frauen mitwirken.
Nach einem Input findet bei den Treffen ein Austausch über Glauben statt. Vor allem darüber, wie in Krisenzeiten eine glaubensbasierte Unterstützung erfolgen kann. Auch schwierige Fragen werden nicht ausgelassen: Wie gehe ich mit Zweifel in meinem Glauben um? Wie gelingt ein würdevoller Abschied?
Der über die Jahre gewachsene offenen und ehrliche Austauch verbindet – jede Frau kommt mit der Absicht ihren Blickwinkel zu weiten.
Almut Veidt und Marina Bäumer betonten, dass der Kreis künftig in die Öffentlichkeit gehen und dazu beitragen möchte, dass die Menschen wieder stärker zueinander finden.

Das 2018 gegründete Interreligiöse Forum Potsdam wird von 13 Mitgliedern getragen und überschneidet sich personell mit dem Aktionsbündnis „Anders als du glaubst“.
Quasi als Begleitprogramm zur Tagung des Runden Tisches der Religionen wurde am 11.09.2022 das Gute-Klima-Fest in Potsdam organisiert. An der Thematik Klima soll auch weitergearbeitet werden. Es hat sich herausgestellt, dass die Findung eines gemeinsamen Themas wichtig ist, um das herum ein gelingender Dialog aufgebaut werden kann.

Den Abschluss machten Tamara Cörper und Pauline Pautz von Coexister.
Die Arbeit dieses jungen Zusammenschlusses basiert auf den drei Säulen Dialog, Solidarität und Sensibilisierung. Beispielhaft wurden genannt: Blut spenden, Müll sammeln, Workshops (z. B. beim Multireligiösen Jugendfestival des Forums), gemeinsam Iftar feiern, Picknick.
Zielgruppe sind Menschen zwischen Anfang 20 und Anfang 30. Auch Atheisten und Agnostiker sind willkommen.

Der interkulturelle Theologe Theo Sundermeier hat gesagt, dass ein interkulturelles Fest ein Fest der Befreiten ist, zu dem alle ihre Gaben mitbringen, bei dem die sozialen Unterschiede aufgehoben werden, die Fülle und Schönheit des Lebens gemeinsam genossen wird und bei dem eine Brücke zwischen verschiedenen kulturellen und religiösen Traditionen geschlagen wird. Wie können wir ein solches Fest feiern?

Zum ersten Ideenaustausch bezüglich eines Festes der Religionen, das im kommenden Jahr ausgerichtet werden soll, bildeten sich nach einer Einführung in die Thematik von Gerdi Nützel mehrere Workshopgruppen, die über verschiedene Aspekte diskutierten. Die Ergebnisse werden bald gesammelt und nachgereicht.

Zwischendurch und zum Abschluss bereicherten Musiker:innen der AG Musik der Religionen die Konferenz mit ihren Klängen.

 

Musikbeitrag zur Jahreskonferenz 2022 durch die AG Musik der Religionen: