Von “Gastarbeiter*innen” zu Muslim*innen?

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60 Jah­re Anwer­be­ab­kom­men mit der Türkei

Vor 60 Jah­ren schloss die Bun­des­re­gie­rung das Anwer­be­ab­kom­men mit der Tür­kei. Zum Jah­res­tag fra­gen wir: Wie hat sich der Blick auf die Zuge­wan­der­ten, ihre Kin­der und Enkel­kin­der über die Zeit ver­än­dert? Wie hat sich das Selbst­ver­ständ­nis tür­kei­stäm­mi­ger Men­schen in Deutsch­land gewan­delt? Sind aus den „Gastarbeiter*innen“ von damals die „Muslim*innen“ von heu­te geworden?

1961 wur­de das ers­te Anwer­be­ab­kom­men zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik und der Tür­kei unter­zeich­net: ein zwei­sei­ti­ges Doku­ment, das unse­re Gesell­schaft nach­hal­tig ver­än­dern soll­te. Mit Ita­li­en, Spa­ni­en und Grie­chen­land bestan­den bereits ähn­li­che Ver­ein­ba­run­gen, wei­te­re mit Marok­ko, Por­tu­gal, Tune­si­en und Jugo­sla­wi­en folg­ten. Zwei Jah­re soll­ten die „Gastarbeiter*innen“ ursprüng­lich blei­ben, doch gebraucht wur­den sie län­ger. Zwei Genera­tio­nen spä­ter ist klar: Die Zuwan­de­rung aus der Tür­kei und ande­ren Län­dern zählt zu den prä­gends­ten Ereig­nis­sen der deut­schen Nachkriegsgeschichte.

Wir wol­len dar­über dis­ku­tie­ren, wel­che Rol­le Reli­gi­on und Glau­be in der bis heu­te fort­dau­ern­den Migra­ti­ons­de­bat­te spie­len: Wie hat sich der Blick auf die Zuge­wan­der­ten, ihre Kin­der und Enkel­kin­der über die Zeit ver­än­dert? Sind aus den „Gastarbeiter*innen“ von damals die „Muslim*innen“ von heu­te gewor­den? Kann man von einer „Isla­mi­sie­rung“ der Migra­ti­ons­de­bat­te spre­chen, die zuneh­mend das Augen­merk auf ver­meint­li­che reli­giö­se Anders­heit legt und gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen durch reli­giö­se Zuschrei­bung zu erklä­ren ver­sucht? Wie haben sich Erfah­run­gen mit Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung, das Rin­gen um Aner­ken­nung und Teil­ha­be auf das Selbst­ver­ständ­nis die­ser Men­schen aus­ge­wirkt? Inwie­weit beein­flus­sen Fremd­zu­schrei­bun­gen wie „Mus­li­min“ oder „mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund“ Glau­ben, reli­giö­se Iden­ti­tät und Praxis?

Dar­über dis­ku­tie­ren wir mit

Fer­da Ata­man, Jour­na­lis­tin, Autorin, Grün­dungs­mit­glied der „neu­en deut­schen orga­ni­sa­tio­nen“ und der „Daugh­ters & Sons of Gastarbeiters“

Ozan Zaka­ri­ya Kes­kinki­liç, Poli­tik­wis­sen­schaft­ler, Autor, Mit­glied der Expert*innenkommission gegen anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus im Land Berlin.

Azi­ze Tank, kam 1972 als „Gast­ar­bei­te­rin“ nach Deutsch­land, Sozi­al­ar­bei­te­rin, 2013–2017 Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te für Die Linke

Mode­ra­ti­on: Dr. Sarah Albrecht, Evan­ge­li­sche Aka­de­mie zu Berlin

Die­se Ver­an­stal­tung orga­ni­siert die Evan­ge­li­sche Aka­de­mie in Koope­ra­ti­on mit dem Ber­li­ner Forum der Reli­gio­nen, der Tür­ki­schen Gemein­de in Deutsch­land und der Kir­chen­ge­mein­de Hei­lig Kreuz-Pas­si­on. Geför­dert wird sie durch Mit­tel der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bildung.

Ort
Hei­lig-Kreuz-Kir­che, Zos­se­ner Str. 65, 10961 Berlin

Datum
23.09., 19:00–21:00 Uhr

Anmel­dung
Ange­sichts der pan­de­mie­be­ding­ten Abstands­re­ge­lun­gen steht nur eine begrenz­te Platz­zahl zur Ver­fü­gung. Bit­te mel­den Sie sich daher vor­ab für die­se Ver­an­stal­tung https://www.eaberlin.de/seminars/data/2021/rel/von-gastarbeiterinnen-zu-musliminnen/ an.