Stellungnahme zur Berichterstattung über die Veranstaltung „Decolonizing Christmas“
In den vergangenen Tagen ist von Welt und Welt TV verzerrend und verkürzt über unsere Veranstaltung „Decolonizing Christmas“ berichtet worden. Dabei sind Missverständnisse entstanden, die wir hiermit freundlich, aber deutlich richtigstellen möchten.
Der zitierte Satz, Weihnachten solle „abgeschafft“ werden, ist in der Veranstaltung niemals gefallen. Der gewählte Titel der Veranstaltung war rückblickend vielleicht zu provokant formuliert. Weder die daraus resultierende Resonanz noch die teilweise sehr heftigen Reaktionen waren für uns vorhersehbar. Unabhängig davon wurden die in der Berichterstattung verwendeten Zitate teilweise falsch wiedergegeben und waren nicht freigegeben.
Als Veranstalter stellen wir ausdrücklich klar, dass die in der Berichterstattung erwähnte muslimische Referentin im Rahmen unseres Veranstaltungskonzeptes eingeladen wurde. An der inhaltlichen Konzeption und Ausarbeitung des Veranstaltungsformats war sie nicht beteiligt. Sie hat eine ergänzende Perspektive aus der islamischen Tradition eingebracht. Wir widersprechen ausdrücklich der Behauptung, sie habe die christliche Weihnachtsgeschichte diskreditiert.
Wir stellen uns als Veranstalter voll und ganz hinter unsere muslimische Referentin und verurteilen alle Anfeindungen im Rahmen einer Desinformationskampagne aufs schärfste.
Wir distanzieren uns von einzelnen Äußerungen, die der christliche Referent, Student der evangelischen Theologie, in Bezug auf die CDU getätigt hat. Er bedauert diese Äußerung sehr.
Ziel der Veranstaltung war es, aus unterschiedlichen theologischen Perspektiven die Geburtsgeschichte Jesu zu betrachten, wobei Maria/ Maryam im Zentrum steht. Im Sinne der Komparativen Theologie werden verschiedene christliche und islamische Deutungen nebeneinandergestellt. Dabei sollten auch diskriminierungskritische Anfragen an die Weihnachtsgeschichte gestellt werden.
Veranstaltungen des Berliner Forums der Religionen sind getragen vom Geist des Dialogs, des Respekts und der gegenseitigen Wertschätzung. Bei der Veranstaltung wurde deutlich gemacht, dass sowohl christliche als auch islamische Texte auf jüdischem Fundament basieren.
E-Mails, die uns als Reaktion auf die Berichterstattung zur Veranstaltung von Welt und Welt TV erreichen, haben einen diffamierenden und aggressiven Wortlaut und äußern sich bedrohend in Bezug auf unsere muslimischen Referierenden. Dies hat zur Folge, dass die Sicherheit der Referierenden für den kommenden Montag nach unserer Einschätzung nicht gewährleistet werden kann. Nach reiflicher Überlegung werden wir daher die für den 15. Dezember geplante Nachfolgeveranstaltung nicht durchführen. Wir bedauern dies sehr, sehen aber aktuell keine Alternative.
Siehe dazu auch die Stellungnahme der Friedenskirche Charlottenburg.







