Pressemitteilung zur Konferenz 2016

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GesprächskreisKonferenz des Berliner Forums der Religionen im Roten Rathaus

Unter großer Beteiligung fand am Dienstag, dem 8. November 2016, die Jahreskonferenz des Berliner Forums der Religionen statt. Im Roten Rathaus trafen sich 140 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften. Die Konferenz stand unter dem Titel „Gemeinsam und voneinander lernen in Zeiten der Ausgrenzung“.

Auf der Konferenz wurde der Koordinierungskreis des Berliner Forums – bestehend aus 25 ehrenamtlichen Mitgliedern – neu gewählt. Ihm gehören Angehörige des Christentums, des Judentums, des Islams, der Sikh-Gemeinde und anderer Religionen an. Er koordiniert die Arbeit des interreligiösen Dialogs und der interreligiösen Zusammenarbeit in Berlin.

Vor der Wahl wurde über die Aktivitäten des Forums im laufenden Jahr berichtet. So war die „Lange Nacht der Religionen“ im September ein großer Erfolg. Über 8000 Menschen besuchten über 90 Orte des Gottes- und Gemeindehäuser verschiedener Religionen in Berlin. Zudem wurden eine Landkarte mit Orten der Stille und ein Verzeichnis von interreligiösen Initiativen und Gruppen veröffentlicht. Erstmals fand ein „Kinder- und Jugendfest der Religionen“ statt.

Als Ausblick auf das Jahr 2017 wurde der Termin der nächsten „Langen Nacht der Religionen“ bekannt gegeben. Sie findet anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentages am 25. Mai 2017 zum 6. Mal statt. Auf der Internationalen Gartenausstellung vom April bis Oktober 2017 in den „Gärten der Welt“ in Berlin-Marzahn wird es einen interreligiösen Pavillon geben, in dem an jedem Tag am Mittag ein Gebet oder eine Andacht von verschiedenen Religionsgruppen gestaltet wird.

Der zweite Teil der Konferenz beschäftigte sich mit dem Thema „Gemeinsam und voneinander lernen in Zeiten der Ausgrenzung“. Die Medienwissenschaftlerin Dr. Sabine Schiffer zeigte Symptome und Mechanismen der Ausgrenzung auf. Sie sensibilisierte die Zuhörerinnen und Zuhörer für alltägliche Verhaltensweisen, die zur Ausgrenzung von Gruppen in unserer Gesellschaft führen. Anschließend wurde in kleinen Gruppen die Frage diskutiert, wo in unserer Gesellschaft Ausgrenzung stattfindet und wie man ihr entgegentreten könnte.

In einer Podiumsdiskussion zum Abschluss der Konferenz betonte der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Volker Beck, für ihn sei ein Ziel des Religionsdialoges, dass die Religionen ihre Glaubensgrundsätze bekannter machten sollten, um Vorurteile abzubauen. Sie sollten sich an den gesellschaftspolitischen Diskussionen beteiligen und darin ethische Aspekte in die Gesellschaft einbringen, die über Konsum und Erfolgsstreben hinausgingen. Larissa Zeigerer von der Initiative „JUMA – jung muslimisch aktiv“ wies darauf hin, dass junge Menschen mit muslimischem Glauben sich in der Gesellschaft engagieren wollten. Ihnen müssten aber mehr Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Aktivität geben werden. Rabbinerin Gesa Ederberg ergänzte, dass der Religionsdialog ein wichtiges Forum sei, um gemeinsam solidarisch zu sein. Sie hätte es als große Bereicherung empfunden, dass sich bei der Beschneidungsdebatte Muslime, Christen und Juden gemeinsam für religiöse Riten eingesetzt und die Diskussion auf eine andere Ebene gehoben hätten.

Das Berliner Forum der Religionen ist die unabhängige zentrale Plattform für den Religionsdialog in Berlin. Es ist 2015 auf Initiative des Berliner Senates entstanden. Mit vielen verschiedenen Aktivitäten und einer jährlichen Konferenz will das Berliner Forum der Religionen den Dialog mit der Gesellschaft und den Dialog unter den Religionen ermöglichen. Informationen zum Berliner Forum der Religionen sind zu finden unter https://www.berliner-forum-religionen.de/.

Dr. Thomas Schimmel