Kon­ver­si­on und Dialogfähigkeit

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Am 29.09.2021 luden die Katho­li­sche Aka­de­mie in Ber­lin und das Ber­li­ner Forum der Reli­gio­nen zu einem Stu­di­en­abend mit dem Titel Auf­brü­che und Abbrü­che. Kon­ver­sio­nen ein.

Der Theo­lo­ge, Reli­gi­ons­leh­rer und Publi­zist Dr. Chris­ti­an Heid­rich unter­schied in sei­nem Input drei Typen von Kon­ver­ti­ten: Die­je­ni­gen, die einen Reli­gi­ons­wech­sel vor­neh­men, die­je­ni­gen, die erst­mals zu einer Reli­gio­nen fin­den und die­je­ni­gen, die zu ihrer Reli­gi­on zurück­keh­ren, also eine Bekeh­rung im Inne­ren erfah­ren. Kon­ver­sio­nen spie­geln den Zeit­geist wider, stell­te er in sei­nem his­to­ri­schen Rück­blick auf berühm­te Kon­ver­ti­ten fest.

Prof. Dr. Caro­la Roloff von der Aka­de­mie der Welt­re­li­gio­nen in Ham­burg beton­te in ihrem Vor­trag mit Bezug auf den Bud­dhis­mus die unte­schied­li­chen Inter­es­sen und Beweg­grün­de von Kon­ver­ti­ten und bei­spiels­wei­se Mit­glie­dern von viet­na­me­si­schen bud­dhis­ti­schen Gemein­den in Deutsch­land. Zu unter­schei­den sei der Wahr­heits­an­spruch in der Dia­spo­ra und bei Kon­ver­ti­ten. Auch stell­te sie die Fra­ge, ob mis­sio­na­ri­sche Tätig­keit eine Dia­log­fä­hig­keit ist.
Der auf Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten häu­fig ange­wen­de­ten tri­po­la­ren Typo­lo­gie von Exklu­si­vis­mus, Inklu­si­vis­mus und Plu­ra­lis­mus stell­te sie die vom Dalai Lama gefor­der­te säku­la­re Ethik entgegen.

Dr. Anna-Kon­stan­ze Schrö­der wur­de mit einer Arbeit zu einem reli­gi­ons­psy­cho­lo­gi­schen Zugang zur Kon­ver­si­on pro­mo­viert. Sie stell­te ins­be­son­de­re den reli­gi­ons­so­zio­lo­gi­schen Ansatz Wil­liam James’ und das Kon­ver­si­ons­mo­dell von John Lof­land und Rod­ney Stark vor. Eben­so stell­te sie das inte­gra­ti­ve Pro­zess­mo­dell von Lewis Ram­bo dar. Heinz Streibs reli­giö­se Sche­ma­ta sowie Ste­fan Hubers Defi­ni­ti­on der Zen­tra­li­tät durf­ten in der prä­zi­sen Erläu­te­rung auch nicht fehlen.

In Klein­grup­pen konn­ten sich anschlie­ßend die Teil­neh­men­den mit den Kon­ver­ti­tin­nen Caro­la Roloff und Iman Andrea Rei­mann sowie mit den Begleiter:innen von Kon­ver­si­ons­wil­li­gen Klau­dia Höfig und Jan Aaron Ham­mel austauschen.

Auf­brü­che, Abbrü­che, Brü­cken bau­en – wel­che Rat­schlä­ge kön­nen die Genann­ten geben? Mit klei­nen Din­gen begin­nen, einen gemein­sa­men Grund (viel­leicht auch im Sin­ne einer säku­la­ren Ethik) fin­den, Licht in die Welt brin­gen und schließ­lich: im eige­nen Glau­ben gegrün­det und dadurch auch durch­läs­sig für Neu­es sein.