KONFERENZEN 2018-02-21T09:44:11+00:00

Jahreskonferenz 2017 des Berliner Forums der Religionen

Die Jahreskonferenz des Berliner Forums der Religionen fand am 21. November im Festsaal des „Roten Rathauses“ unter dem Titel „Religion in der Zivilgesellschaft“ statt und war mit knapp 200 Anmeldungen aus einem breiten Spektrum von Religionsgemeinschaften in Berlin und aus der Zivilgesellschaft sehr gut besucht.

Im ersten Teil der Konferenz wurde in einem Rückblick über die wichtigsten Projekte des Forums im letzten Jahr berichtet. Insbesondere die „Lange Nacht der Religionen“ zum Kirchentag in Berlin, die Mittagsandachten auf der „Internationalen Garten-Ausstellung“, kurz IGA, und der „Dialog der Religionen für Kinder und Jugendliche“ fanden hierbei besondere Erwähnung. Ebenso wurde der neue Geschäftsführer des Forums, Herr Dr. Michael Bäumer vorgestellt.

Dr. Andreas Goetze von der EKBO – Landespfarrer für den interreligiösen Dialog übergab das im letzten Jahr erschienene Begleitbuch zum interreligiösen Stadtplan (http://www.interreligioeser-stadtplan.de ) an den Kultur- und Europasenator Dr. Klaus Lederer. Ein Ausblick auf die Aktivitäten des kommenden Jahres rundete diesen Teil ab.

In der Pause bestand neben Gesprächen und Chancen zur Vernetzung auch die Gelegenheit sich bei verschiedenen anwesenden Initiativen und interreligiösen Gruppen aus Berlin über deren Arbeit zu informieren und den Kontakt herzustellen. Diese Möglichkeit fand großen Anklang bei den Besuchern.

Der zweite Teil der Konferenz war dem Dialog mit Dr. Klaus Lederer zum Thema „Religion in der Zivilgesellschaft“ gewidmet. Katharina von Bremen moderierte das Gespräch, bei dem sich der Senator gerne den Fragen aus den Themenfeldern Gegenseitige Erwartungen, Konfliktfelder, Perspektiven der interreligiösen Zusammenarbeit und den gesammelten Fragen der Teilnehmer gestellt hat.

Hierbei hob Herr Dr. Lederer sowohl die Eigenverantwortung der Religionsgemeinschaften und religiösen Gruppen in Berlin, insbesondere was Finanzen und Personalien angeht, besonders hervor, betonte aber auch den positiven Einfluss für die Stadt, der sich aus der aktiven Beteiligung der Religionen in der Zivilgesellschaft ergibt. Er versicherte allen Anwesenden seine Gesprächsbereitschaft für auf der Suche nach konkreten Problemlösungen auch dann, wenn eine direkte, insbesondere auch finanzielle Hilfe aus der neutralen Position des Staates heraus nicht möglich sei.

  • Jahreskonferenz 2017

Konferenz des Berliner Forums der Religionen 2016 – Impressionen

„Voneinander – Miteinander – Gemeinsam lernen in Zeiten von Ausgrenzung“.

Dienstag, den 08. November 2016 – Berliner „Rotes“ Rathaus, Großer Saal

  • Arbeitsgruppe
    Arbeitsgruppe

Jahreskonferenz des Berliner Forums der Religionen 2015. “Flüchtlinge in Berlin: Was ist die Not, was ist nötig?”

Am 16. November fand im Berliner Rathaus die zweite Konferenz des Berliner Forums der Religionen statt. Themen waren die Situation der Flüchtlinge und die Gewalttaten in Paris und Beirut. Nach der Verabschiedung einer Resolution gegen Gewalt und Terror berichteten Geflüchtete aus Syrien, Mali, Nigeria und Serbien über ihre Erfahrungen. Zahlreiche Flüchtlings-Initiativen stellten ihre Arbeit vor.

Zu dieser Konferenz des Berliner Forums der Religionen kamen am Montag über 120 Mitglieder der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften im Berliner Rathaus zusammen.

Unter dem Titel „Flüchtlinge in Berlin: Was ist die Not, was ist nötig“ beschäftigten sich Bahá’í, Buddhisten, Christen, Hindus, Muslime, Juden und Gläubige vieler anderer Religionen mit den Hoffnungen, Problemen und Erfahrungen von Flüchtlingen und Helferinnen und Helfern der Flüchtlingsinitiativen in Berlin.

Überschattet wurde die Konferenz von den Anschlägen in Paris und Beirut. Mit einem einmütig beschlossenen „Votum gegen Gewalt“ drückten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz ihre Bestürzung über die Gewalttaten aus. Sie betonten, dass Gewalt und Terror nie religiös legitimiert werden können. Gleichzeitig appellierten sie, dass diese Taten nicht zu einem Generalverdacht gegenüber Muslimen führen dürften. Nun müsse darüber nachgedacht werden, wie die Spirale der Gewalt durchbrochen werden könne. Nachfolgend der Wortlaut der Entschließung:

1. Aus Anlass der Anschläge u.a. von Paris und Beirut verurteilen wir alle Gewalt, die im Namen von Religionen in allen Gegenden der Welt verübt werden.

2. Wir beten für die Opfer, trauern mit den Angehörigen der Opfer und wünschen den Verletzten baldige körperliche und seelische Genesung.

3. Wir stellen fest: Menschen die „im Namen Gottes“ Gewalt und Terror über andere Menschen bringen missbrauchen die Religion als vermeintliche Legitimation ihres menschenverachtenden Handelns. Wir lehnen es grundsätzlich ab, Terror und Gewalt religiös zu rechtfertigen.

4. Wir stellen uns schützend vor unsere muslimischen Geschwister: Wir lehnen jede Generalverdächtigung und jede pauschale Verurteilung ab.

5. Wir stellen uns vor die Menschen, die schutzsuchend in unser Land kommen: Flüchtlinge sind Opfer jenes Terrors, den Kämpfer des sogenannten „Islamischen Staats“ im Nahen Osten, in Europa oder in Afrika verbreiten.

6. Wir stehen an der Seite der Menschen, die aus religiösen Gründen diskriminiert, verfolgt, vertrieben oder getötet werden.

7. Wir appellieren an die Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger der Staaten, besonnen zu handeln und geeignete Mittel zu finden, die Spirale der Gewalt und des Hasses zu durchbrechen, z.B. durch den Stopp von Waffenlieferungen. Mit Krieg schafft man keinen Frieden. Wir haben den dringenden Wunsch, dass die Menschen in aller Welt in Frieden und Solidarität zusammenzuleben.

Auf der Konferenz berichteten Menschen aus Syrien, Mali, Nigeria und Serbien über ihre Flucht, ihre Fluchtgründe und ihre Situation hier in Deutschland. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich das Schicksal der Flüchtlinge ist: Krieg, Diskriminierung – auch religiöser Minderheiten wie Christen, Jesiden oder Schiiten – oder hoffnungslose Perspektivlosigkeit zwingen Menschen dazu, alles zurückzulassen und den gefährlichen Weg in eine ungewisse Zukunft anzutreten. Am Rande der Tagung stellten zahlreiche Flüchtlings-Initiativen in Berlin wie “Asyl in der Kirche” oder “Islamic Relief” ihre Arbeit vor.

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz, dass Solidarität und Respekt gegenüber den Flüchtlingen aus allen Ländern nötig sei. Staat und Gesellschaft müssten dafür sorgen, dass Flüchtlinge würdevoll behandelt würden. Gleichzeitig müsse auch darauf hingearbeitet werden, dass Menschen in den Aufnahmestellen und Unterkünften respektvoll miteinander umgingen und andere Glaubensüberzeugungen respektierten. Das Berliner Forum der Religionen will sich an dieser Arbeit auch in Zukunft beteiligen.