Margot Friedländer: Lesung und Gespräch

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Termin Details


Eine Kooperationsveranstaltung des “Berliner Forums der Religionen”, des “Interreligiösen Dialogs Charlottenburg-Wilmersdorf”, des Intergrationsbüros des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf und der Jugendgruppe der Friedenskirche Charlottenburg.

Um Voranmeldung an friedlaender@die-friedenskirche.de wird gebeten!

Die Veranstaltung wird auch live übertragen unter https://youtu.be/a0FZ9g-Z_Bc und https://fb.me/e/1Su7dZN1P.

Am 25. Mai 2022 wurde an Margot Friedländer im Alter von über 100 Jahren die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin verliehen, mit der sie für ihre „überragenden Verdienste als Zeitzeugin“ und ihre „hervorragende wissenschaftliche Leistung“ als engagierte „Bürgerwissenschaftlerin“ geehrt wurde. Als sie bei der Zeremonie gefragt wurde, ob sie ihre Arbeit fortsetzen oder sich nun zur Ruhe setzen wolle, antwortete sie „Nö, so lang es geht, gehts“ und ergänzte lachend „ich hab doch keine Langeweile“.

Margot Friedländer lebte mit ihrem vier Jahre jüngeren Bruder Ralph bei der Mutter in Berlin. Ihr Bruder und ihre Mutter wurden aber von der Gestapo abgeholt. Die Mutter konnte vorher noch eine Handtasche mit ihrem Adressbuch und einer Bernsteinkette bei den Nachbarn für ihre Tochter deponieren. Die Nachbarn übermittelten Margot die mündliche Botschaft der Mutter: „Versuche, dein Leben zu machen.“ Die Mutter und der Bruder wurden im KZ Auschwitz ermordet.
Margot lebte fortan in verschiedenen Verstecken. Sie ließ sich sogar ihre Nase operieren, um nicht als Jüdin erkannt zu werden. Ihre wechselnden Verstecke fand sie bei Gegnern des Nationalsozialismus. 1944 wurde sie entdeckt und in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht. Dort traf sie zukünftigen Mann Adolf Friedländer wieder. Gemeinsam überlebten Margot und Adolf den Holocaust, heirateten und reisten 1946 nach New York.