Grü­ße zum Sikh-Fest: Ban­di Chor Divas

Grü­ße zum Sikh-Fest: Ban­di Chor Divas

Das Sikh-Fest “Ban­di Chhor Divas“ bedeu­tet “Tag der Befrei­ung“ und wird zusam­men mit dem Hin­du Lich­ter­fest “Diwa­li“ gefei­ert. Seit Herbst 1619 fei­ern die Sikhs die­ses Fest – das Datum ändert sich gemäß Mondkalender.

Guru Arjun Dev, der Vater vom 6. Sikh-Guru, Guru Hargo­bind Singh, wur­de vom Mogul­kai­ser Jahan­gir gefol­tert und hin­ge­rich­tet. Guru Arjun Dev’s Mar­ty­ri­um war ein Wen­de­punkt in der Geschich­te der Sikhs. Guru Hargo­bind war erst 11 Jah­re alt, als dies mit sei­nem Vater geschah. Des­halb wur­de unter sei­ner Füh­rung die Bewaff­nung der Sikhs ein­ge­führt, um so ihren Glau­ben ver­tei­di­gen zu kön­nen und sich gegen sozia­le Unge­rech­tig­keit zu weh­ren. Er ist der Pio­nier der Miri-Piri-Dok­trin gewe­sen – wonach der Guru, die geist­li­che Kraft (Piri) und die weltl­che Auto­ri­tät (Miri) ausübt.

Auch Guru Hargo­bind wur­de vom Mogul­kai­ser Jahan­gir ver­haf­tet – unter dem Vor­wand, dass die gegen Guru Arjan ver­häng­te Geld­bu­ße nicht von den Sikhs und Guru Hargo­bind bezahlt wor­den war. Er wur­de im Gwa­li­or Fort ein­ge­sperrt, wo auch noch 52 hin­du­is­ti­sche Köni­ge und Prin­zen gefan­gen gehal­ten waren. Es ist nicht klar wie lan­ge Guru Hargo­bind in Haft bleib. Im 1619 ent­schied sich der Kai­ser den Guru aus dem Gefäng­nis zu ent­las­sen. Aber der Guru sag­te, dass auch die ande­ren hin­du­is­ti­schen 52 Köni­ge und Prin­zen, die mit ihm zusam­men im Gefäng­nis waren, auch befreit wer­den sol­len. Sein Wil­le geschah, und eini­ge Tage spä­ter, als Guru Hargo­bind Amrit­sar erreich­te, wur­de das hin­du­is­ti­sche Licht­fest Diwa­li gefei­ert. In ihrer Freu­de, ihren Guru wie­der­zu­se­hen, beleuch­te­ten die Sikhs die gan­ze Stadt mit Ker­zen, Lich­tern und Lampen.

Die­ses wich­ti­ge Ereig­nis in der Sikh-Geschich­te wird heu­te als “Ban­di Chhor Divas“ bezeich­net, der Befreiungstag.
Drei Tage vor dem Fest wird mit der unun­ter­bro­che­nen, 48-stün­di­gen Lesung des hei­li­gen Buches begon­nen. Bei die­ser Lesung wech­seln sich die Pries­ter ab. Der Abschluss wird anschlie­ßend mit reli­giö­sen Gesän­gen gefeiert.
Es gibt, wie bei ande­ren Sikh-Fes­ten, den Nagar Keer­tan – kilo­me­ter­lan­ge Stra­ßen­um­zü­ge. Dabei wird das Hei­li­ge Buch in einem fest­lich geschmück­ten Wagen in Beglei­tung der reli­giö­sen Gesän­ge geführt. An den Stra­ßen­rän­den gibt vie­le kos­ten­lo­se Stän­de mit viel­fäl­ti­gem Essen und Getränken.
Der Gol­de­ne Tem­pel der Sikhs, Har­man­dir Sahib, sowie der gesam­te Kom­plex wird mit Tau­sen­den von schim­mern­den Lich­tern geschmückt. Die Gläu­bi­gen zün­den Ker­zen und Erd­lam­pen an und es gibt auch ein Feuerwerk.

Auch die in Ber­lin leben­den Sikhs fei­ern die­ses Fest jedes Jahr vol­ler Freu­de in Ihrer Gebets­stät­te – Gurdwara Sri Guru Singh Sabha, Ber­lin. Die­ses Jahr wird es wegen der Pan­de­mie nur im Krei­se der Fami­lie gefeiert.

Hap­py Ban­di Chhor Divas, und Hap­py Diwali!