Antisemitismus erkennen und begegnen – Fortbildung für das Berliner Forum der Religionen am 25.04.2024

You are currently viewing Antisemitismus erkennen und begegnen – Fortbildung für das Berliner Forum der Religionen am 25.04.2024

Der israelisch-palästinensische Konflikt hat seit dem 7. Oktober 2023 eine neue Stufe der Eskalation erreicht. Kaum einem Thema wird global und in Deutschland derzeit so viel Aufmerksamkeit gewidmet wie dem Krieg in Nahost. Neben dualistischen Sichtweisen und einseitiger Rezeption desselben kommt es auch immer wieder zu antisemitischen Äußerungen. Um dem entgegenzuwirken, widmeten sich die Mitglieder des Berliner Forums der Religionen in einer Fortbildung dem Thema: Antisemitismus erkennen und begegnen.

Antisemitismus im Alltag

Michael Bäumer, Geschäftsführer des Berliner Forums der Religionen, sowie Ruth Fischer und Jan Harig vom Verein Bildung in Widerspruch, begrüßten die siebzehn Teilnehmenden an einem Donnerstag Nachmittag im Gemeindesaal der Charlottenburger Friedenskirche. Angeregt vom Einstiegsimpuls „In meinem Alltag bin ich regelmäßig mit Antisemitismus konfrontiert“, reflektierten die Mitglieder ihr tägliches Umfeld. Sie erkannten, dass Hass gegen Jüdinnen und Juden uns überall begegnet, ob in der Familie, unter Freund:innen, in den Sozialen Medien und Nachrichten, oder in Bildungseinrichtungen.

Antisemitische Vorurteile erkennen

Auf die Frage: „Was ist eigentlich Zionismus?“, erklärten Fischer und Harig zentrale Begriffe wie „Antisemitismus“, „Antijudaismus“ oder „Antizionismus“ und ordneten die verschiedenen Formen der Judenfeindschaft geschichtlich ein. Auch die Frage, was „jüdisch“ ist, stand im Raum – woraufhin die Mitglieder des Forums zentrale Motive und Stereotypisierungen des Judentums diskutierten. Dazu hielt Fischer fest: „Antisemitismus ist immer eine jüdische Fremdzuschreibung.“

Wissen als Basis für den Kampf gegen Judenhass

Anschließend erörterte Harig die aktuellen Erscheinungsformen von Judenfeindlichkeit – beispielsweise im Rahmen von Demonstrationen zum Nahost-Konflikt – und beschrieb die Entwicklung der Judenfeindschaft in Deutschland nach 1945. Gemein sei den verschiedenen Formen des Antisemitismus (klassisch/modern, sekundär, israelbezogen u. a.) eine besondere Emotionalität sowie die Projektion negativer Gefühle (Schuld, Scham u. a.) auf Jüdinnen und Juden. „Um Antisemitismus in unserem Alltag klar zu erkennen, müssen wir uns mit den historischen Bildern auseinandersetzen“, fasste Harig zusammen.

Antisemitismus widersprechen

Um Judenfeindlichkeit entgegenzutreten, ist es wichtig deren Ausprägungen zu erkennen. „Wir brauchen Bewusstheit zum Thema Antisemitismus und persönliches Verantwortungsgefühl“, konstatierte Michael Bäumer. Was können wir also tun, wenn wir Antisemitismus begegnen? Ob im eigenen Verein, im Gespräch mit Bekannten oder auf der Straße: „Bei Positionierungen, die wir als judenfeindlich erachten, gilt es zu widersprechen“, betonte Ruth Fischer.

Weitere Informationen zur Antisemitismusprävention im Alltag:

„An allem schuld – Wie Antisemitismus funktioniert“ ist ein Projekt von Bildung in Widerspruch e. V. aus Berlin. Link: www.an-allem-schuld.de

stopantisemitismus.de ist ein Projekt der Zeit-Stiftung Bucerius und ein Zusammenschluss bundesweiter Initiativen. Link: www.stopantisemitismus.de

Verfasserin: Samantha Kneissler